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Beethoven Festival - Alejandro Picó-Leonís, Klavier - Luis Zoritas - Cello

Temperament und zarte Verführung
So kann man die Performance der beiden hochkarätigen spanischen Musiker beschreiben, die das vor dem Sommer letzte Konzert im Rahmen des Beethoven Festivals 2014 im Beethoven-Saal in Heiligenstadt gestalteten. Am Programm standen die Sonate für Cello und Klavier Op. 102/1, ein Spätwerk Ludwig van Beethovens, sowie die Sonate Op. 38 von Johannes Brahms.
Dann spannten die Musiker den Bogen über die 1. Cellosonate von Claude Debussy bis zu den spanischen Werken:
Enrique Granados „Madrigal“ und das Intermezzo aus der Oper „Goyescas“, sowie De Fallas „Suite Espagnole“  („Sieben Spanische Lieder“)

Die beiden Musiker kosteten die Dialoge zwischen Streich- und Tasteninstrument aus, das Cello Luis Zoritas fand mit sprechender Ausdruckskraft zu betörend schönen Tönen. Ein kongenialer Partner am Klavier war Alejandro Picó-Leonís. Sein Klangspektrum reichte vom zartesten berührenden Pianissimo in der lieblichen Andante-Melodie bis zum männlich kraftvollen Fortissimo des abrupt beginnenden zweiten Satzes.Ihr südländisches Temperament kam bei den spanischen Werken erst richtig zum Ausdruck: Die sieben spanischen Lieder Manuel de Fallas beruhen auf Texten über Liebe und Leidenschaft und populären Volksliedern Spaniens, wie Luis Zorita in seiner charmanten Moderation hervorhob. Das hörte man auch in der bezwingenden Interpretation durch die beiden Künstler. Die „Singstimme“ der Lieder von de Falla war durch das „singende“ Cello Zoritas ersetzt, wodurch alle Emotionen wie Liebe, Schmerz, Begeisterung und Leidenschaft fulminant zum Ausdruck kamen. Großer Applaus für einen Abend der Sonderklasse. Die beiden Musiker bedankten sich beim begeisterten Publikum mit einer Romanze von Rogelio del Villar und einem virtuosen Werk von Cassado. Luis Zorita spielt ein Cello von Giovanni Baptista Roggeri aus 1675.
Alejandro Picó-Leonís spielte auf einem Bösendorfer-Flügel, der sein nuanciertes Spiel und seine hohe Anschlagskultur zum Klingen brachte.