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DER SAAL IST VOLL->Es gibt leider keine Karten mehr DIE BÖSENDORFER PIANISTIN VALENTINA LISITSA - hautnah im Mozarthaus Vienna

Universal Music (Decca) und Bösendorfer präsentieren am Dienstag, 30. Oktober 2012, 19.30 im Bösendorfer-Saal im Mozarthaus Vienna, 1010 Wien, Domgasse 5, im Rahmen eines Gesprächskonzerts eine außergewöhnliche Künstlerin. Die Pianistin Valentina Lisitsa präsentiert dabei Werke von Rachmaninoff, Beethoven, Chopin und Prokofiev, erzählt über ihr Künstlerleben und beantwortet Fragen aus dem Publikum.
Moderation: Dr. Christoph Ferch
Mit Ihrer Eintrittskarte um 20.- EURO erhalten Sie gleichzeitig auch ihre neue CD und die DVD von Ihrem Auftritt in der Royal Albert Hall in London im Juni 2012.
Kartenreservierungen Tel. 504 66 51-311, 310, 144.
Per Mail: stefan.radschiner@boesendorfer.com

Hinweis:
Valentina Lisitsa gibt am Mittwoch, 31. Oktober 2012 von 15 bis 16 Uhr und von 18 bis 19 Uhr Einblick in ihre "Übungsgeheimnisse". Sie sind dazu herzlich in den BÖSENDORFER-Stadtsalon eingeladen. Anmeldung erforderlich. Tel. 504 66 51-311, 310, 144.
Adresse Bösendorfer Stadtsalon: 1010 Wien, Bösendorferstraße 12 (Musikvereinsgebäude, direkter Eingang in der Canovagasse)


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Wer führt die Rangliste der Pianisten auf YouTube an?

Es ist nicht der allgegenwärtige Lang Lang, wie man vielleicht erwarten würde, sondern Valentina Lisitsa, die mittlerweile auf schier unglaubliche 50 Millionen Zugriffe zusteuert. Durch dieses Portal hat sie im Alleingang ihrer Karriere ein neues Profil gegeben.

Die Geschichte beginnt in Kiev, in der Ukraine, wo Valentina Lisitsa 1973 geboren wurde. Als sie mit drei Jahren das Klavier entdeckte, ließ sie Naturtalent erkennen, und von da an stand die Zukunft fest. Sie selbst erinnert sich lächelnd mit der Feststellung: “Meine Mutter wusste, was sie für mich wollte!”. Für jemanden, der hinter dem Eisernen Vorhang lebte, führte der Weg über Musikwettbewerbe. “Alles drehte sich um Rivalität und Sieg, als ob die Musik ein Sport wäre. Alles war auf den nächsten Wettbewerb ausgerichtet, und der Vortrag musste bieder sein, damit kein Preisrichter daran Anstoß nehmen konnte … aber das war für mich nicht Musik. Es machte Spaß, auf der Bühne zu sein, aber nicht so.” Mehr Freude fand sie in Klassen, die auf das Wettbewerbselement verzichteten — beim Spielen von Kammermusik und zur Begleitung oder beim Durchspielen von Sinfonien und Opern vom Blatt. Dass ihre beneidenswerte Musikalität diese Zeit unbeschadet überdauert hat, sagt uns viel über ihr Wesen. “Ich war jung und machte mir keine großen Gedanken über das, was um mich herum vorging — mir war nicht klar, dass hier zwei unvereinbare Ansätze zur Musik aufeinander prallten.” Wenn man Valentina spielen hört, fühlt man sich an alte Zeiten erinnert: Es mangelt ihr nicht an Virtuosität, aber sie bringt auch eine tiefgründige Schönheit der Linie hervor, gleich ob sie nun Beethovens “Mondscheinsonate” oder Schumanns Träumerei spielt. “Meine größten Helden entstammen alle der Vergangenheit: an erster Stelle Rachmaninov, aber auch der große polnische Pianist Josef Hofmann — man kann so viel daraus lernen, wie er bestimmte musikalische Effekte erzielt — und Wilhelm Backhaus, der für seinen Beethoven so berühmt war. Das ist ein Dreamteam!”

Ein Wettbewerb öffnet ihr langsam das Tor zur Welt

Ironischerweise war es dann ein Wettbewerb, der sie schließlich aus diesem gefühllosen System befreite: Gemeinsam mit ihrem Ehemann Alexei Kuznetsoff (der wie sie in Kiev Klavier studiert hatte) gewann sie 1991 den international renommierten Dranoff-Klavierduowettbewerb und ließ sich in den USA nieder. Es war ein wegweisender Durchbruch in Valentinas Karriere; ein anderer, eher unerwarteter Entwicklungsfaktor war ihre Liebe zum Schachspiel. “Als Kind fand ich darin Zuflucht. Man darf den hohen Stellenwert nicht vergessen: Schach machte Schlagzeilen und wenn man einen Schachwettbewerb gewann, dann war dies — anders als bei Musikwettbewerben — dem Umstand zu verdanken, dass man mehr wusste oder ein aggressiverer Spieler war. Aber ebenso wie in der Musik besteht ein Unterschied zwischen dem romantischen Spiel nach alter Schule und dem modernen Stil; beim Schach gibt es den entscheidenden Zug und den schönsten Zug, und als mir klar wurde, dass mir die schönsten Züge lieber waren, beschloss ich, dass es wahrscheinlich besser war, die Klavierwettbewerbe aufzugeben!”

Und dann kam YouTube....

Rund 15 Jahre vergingen. Valentina kam mit ihrer Karriere nur schleppend voran, als sie 2007 einen Videoclip von Rachmaninows Étude-tableau, op. 39, Nr. 6 (mit dem schönen Beinamen “Rotkäppchen”) ins Internet stellte. “Die Auflösung war niedrig, der Ton nicht überragend — aber wir luden es hoch, weil es ja nichts kostete! Und irgendwie gefiel es den Leuten.” Das ist eine leichte Untertreibung. Diesem Stück, das auch auf der vorliegenden CD enthalten ist, folgten Chopins Études, effektiv in Form einer selbstgemachten DVD, die dann auch über Amazon angeboten wurde, und plötzlich stieg Valentina an die Spitze der Bestseller auf. “Und das ohne Rezensionen in Zeitschriften oder irgendwelches Marketing.” Manche Pianisten hätte das vielleicht verbittert, aber nicht Valentina: Sie hat ihren Erfolg selbst geschmiedet und ist zu Recht stolz auf ihre Unabhängigkeit. Sie ist sich auch bewusst, dass sie durch ihre Aufgeschlossenheit gegenüber den neuen Medien und die Bereitschaft, mit der großen, weiten Welt direkt in Kontakt zu treten, in dem oft konservativen Reich der klassischen Musik einen neuen Trend aus - gelöst hat. “Ich würde mich freuen, wenn ich anderen den Weg gewiesen habe. Viele Leute schreiben mir, dass ich ihnen Hoffnung gebe — denn sie sehen, dass man auch ohne riesigen finanziellen Aufwand oder eine große PR-Firma Erfolg haben kann, einfach durch Weiterempfehlung. Die Leute wissen genau, wenn ihnen etwas vorgemacht wird.” Das nämlich ist der springende Punkt: Valentina ist das Wahre — eine ungemein begabte Musikerin mit einer ansteckenden Freude an dem, was sie tut. Wie sie selbst bekennt: “Ich will einfach spielen, bis ich tot umfalle; ich will keinen Unterricht geben, ich will mir nicht die Taschen füllen”. Das sagt sie nicht nur so. Vielleicht ist es genau deshalb so, weil sie in ihrer Jugendzeit Musik auf Hochglanz bringen musste, dass Valentina heute unbedingt den ganzen Prozess, mit allen Fehlern und Schwächen, mit ihrem Publikum teilen möchte. “Musik ist vergänglich. Man kann den Moment nicht einsperren und zum ehernen Gesetz erheben. Und ich wehre mich entschieden gegen die Vorstellung, dass etwas ‘perfekt’ sein muss. Die neue Generation, die heute heranwächst, hört Perfektion auf CD und hält das für die Realität.” YouTube zeigt uns also, wie Valentina übt; man erlebt ihre Patzer; man kann mit ihr lachen, wenn sie im Studio immer wieder versucht, eine der teuflischsten Étudestableaux Rachmaninovs fehlerlos einzuspielen. Sie ist erfrischend nüchtern: Ihr selbst wurde ihr kometenhafter Aufstieg erst bewusst, als sie während eines einwöchigen Englandbesuchs in einem Supermarkt erkannt wurde. Typischerweise ließ sie sich nicht nur fotografieren, sondern stürzte auch zurück in die Wohnung, um eine DVD zu holen!

Valentina ist keine "Netz"-Pianistin, sondern eine große Künstlerin zum Anfassen

Zweifellos hat sie weltweites Aufsehen erregt, unter den Kennern ebenso wie beim breiteren Publikum: Ihr Debüt in der Londoner Royal Albert Hall am 19. Juni 2012 hat rund um die Erde aufhorchen lassen. “Eine Dame kommt von Barbados, mehrere Leute aus Neuseeland. Es ist eine Art Treffen alter und neuer Freunde. Natürlich ist es ein Konzert, aber es ist auch eine Feier.” So wie ihr Name im Internet durch People Power zum Begriff wurde, scheint es durchaus angemessen, dass die Begegnung zum Dialog wird und das Publikum das Programm in der Albert Hall bestimmt. Bei Redaktionsschluss lagen Beethovens “Mondscheinsonate” und seine “Appassionata” Kopf an Kopf; ähnlich eng sah es zwischen einer Mozart-Fantasie, einer Bach-Partita und einem Schubert-Impromptu aus. Obwohl viel von diesem Repertoire seit geraumer Zeit in Valentinas Händen liegt, ist Skrjabin eine neuere Entdeckung. “Ich hatte anfangs einige Bedenken, aber dann verliebte ich mich: Der Vergleich mit Rachmaninov ist faszinierend; die beiden waren Zeitgenossen, gingen aber ganz andere Wege — Skrjabin nahm die Zügel von Chopin auf, um dann aber in seinem kurzen Leben eine absolut eigene Richtung einzuschlagen!” Rachmaninov und Chopin sind tragende Elemente in Valentinas riesigem Repertoire, das sie als Bösendorfer Pianistin und Besitzerin fast immer auch auf einem Flügel dieser wiener Traditionsfirma präsentiert. So geschehen auch am 19. Juni 2012 in der Royal Albert Hall in London. In der Musik dieser beiden Komponisten spürt man vielleicht am deutlichsten, was sie von ihren “toten Lehrern” gelernt hat: Unter den richtigen Händen kann das Klavier geradezu ein Singvogel sein.

Valentina Lisitsa am Dienstag, 30. Oktober 2012 im Bösendorfer-Saal im Mozarthaus Vienna

Valentina Lisitsa war im Juni 2012 hautnah zu sehen und zu hören in der berühmten Royal Albert Hall in London. Von diesem Konzert liegen jetzt CD und DVD vor.
Präsentation, Gesprächskonzert und Künstlerportrait mit Fragen und Antworten aus dem Publikum gibt es am Dienstag, 30. Oktober 2012 live im Bösendorfer-Saal im Mozarthaus Vienna um 19.30.
Moderation: Dr. Christoph Ferch

Eine Gemeinschaftsproduktion von Universal Music (Decca) und Bösendorfer.
Karten um 20.- EURO incl. CD und DVD telefonisch unter 504 66 51-144
oder per mail: stefan.radschiner@boesendorfer.com

Sie können der Pianistin beim Üben auch zuhören und zusehen.
Am Tag nach der Präsentation im Mozarthaus gibt Valentina Lisitsa öffentlich Einblick in ihr Künstlerleben beim Üben im Stadtsalon: 15 bis 16 Uhr und 18 bis 19 Uhr. EINTRITT FREI, Anmeldung erforderlich.
504 66 51-310, 311, 144


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