Die Geschichte
einer Klangwelle


Musikalischer Tüftler und geschickter Entrepreneur. Mit nur 24 Jahren übernimmt Ludwig Bösendorfer den Betrieb seines Vaters und soll schon bald Europa mit dem Wiener Klang Bösendorfers erobern.

Seit 1828


verbinden wir Qualität aus Meisterhand mit unserer Leidenschaft für Musik und widmen uns mit bedingungsloser Hingabe jedem feinsten Detail unserer Bösendorfer Flügel. Bis zu 587 Stunden Meisterhandwerk. Pure Emotion. Handgefertigt in Österreich.

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Vater und Sohn



Ignaz Bösendorfer und sein Sohn Ludwig Bösendorfer

Piano. Forte. Da Capo.


25. Juli 1828, Wien: Ignaz Bösendorfer erhält das Anrecht sich als Bürger in Wien niederzulassen und als Klaviermachermeister tätig zu sein. Mit dieser offiziellen Erlaubnis - unter der Gewerbeverleihungsnummer 225 669 – beginnt die klangvolle Geschichte unseres Hauses, eng verbunden mit der kulturellen Entwicklung Wiens im 19. und 20. Jahrhundert. Als einzige Klaviermanufaktur führt Bösendorfer ununterbrochen bis auf den heutigen Tag die Wiener Klavierbautradition fort.


Portrait von Ignaz Bösendorfer, dem Bösendorfer Gründer

Ignaz Bösendorfer
( 1794 - 1859 )


Ignaz Bösendorfer, 1794 als Sohn eines Tischlermeisters in Wien geboren, verbringt seine Lehrjahre bei der Firma des damals sehr bekannten Klavierbauers Joseph Brodmann (1763-1848). Hier lernt er rasch und erhält bereits 1815 von der Wiener Akademie der Bildenden Künste den ersten Preis für Ornamentalzeichnung. Zur gleichen Zeit sind in Wien die großen Klavierbauer Nanette und Johann Andreas Streicher, Johann Schantz, Anton Walter, Conrad Graf und Michael Schweighofer tätig, große Mitbewerber von Joseph Brodmann.

25. Jul 1828, Wien


1828, Wien: Bösendorfer beschließt mit einem Startkapital von 500 Gulden selbstständig als Klavierbauer tätig zu werden und übernimmt den Betrieb von Joseph Brodmann. Die Kaiserstadt Wien gilt als eine Metropole der Kultur und Musik und ist somit auch Zentrum des europäischen Klavierbaus. Es verwundert nicht, dass zu Zeiten der beginnenden Selbstständigkeit Bösendorfers 387 Personen in Wien im Klavierbau beschäftigt sind. Klaviere sind zur Biedermeierzeit besonders als Hausmusikinstrumente gefragt und dienen der heiteren Unterhaltung der nobel bürgerlichen Gesellschaft. Von anfänglich vier Instrumenten im Jahr steigert Bösendorfer bis etwa 1835 die Produktion bereits auf 200 Stück. Das nachweislich älteste Instrument aus dieser Anfangszeit ist Opus Nummer 4, ein Tafelklavier, das sich heute in der Sammlung Alter Musikinstrumente im Kunsthistorischen Museum Wien in der Hofburg befindet. 1839 ist ein großes Jahr für die junge Klavierfabrik: die Bösendorfer Instrumente erhalten die Goldmedaille der Industrieausstellung in Wien. Ignaz selbst wird per Dekret Kaiser Ferdinands dem I. „k.k. Hofklavierverfertiger“, ein Titel, der vorher noch keinem österreichischen Klavierbauer zuteilwurde. Dieser Titel fördert das Geschäft: die Exporte steigern sich, Länder wie Deutschland, England, Italien, Russland, Brasilien und Ägypten sind Abnehmer des immer bekannter werdenden Bösendorfers. Die Gesamtzahl der erzeugten Instrumente wächst bis Ende 1850 auf mehr als 3000.

Franz Liszt spielt Bösendorfer




1838, Wien: Es ist bekannt, dass nicht jedes Tasteninstrument das virtuose Spiel des jungen Pianisten und Komponisten  Franz Liszt unbeschadet übersteht. Nicht so der Bösendorfer: Dank der stabilen und qualitativ hochwertigen Bauweise brilliert der Bösendorfer Flügel im Konzert des ungarischen Künstlers. Daraus entwickelt sich eine tiefe Freundschaft zwischen Liszt und Bösendorfer. 

1842 gelingt Ignaz Bösendorfer auch der Durchbruch auf dem Konzertpodium: Anton Rubinstein spielt anlässlich einer Konzertreihe im alten Musikvereinssaal in den Wiener Tuchlauben sein erstes Konzert auf einem Stein Flügel, der aber in der Presse schlechte Kritiken erhält. Er wechselt auf ein Bösendorfer Instrument, das in den Zeitungen höchstes Lob ob seiner „Gleichmäßigkeit der Tonqualität und kräftigen Bass“ erringt. 1845 bekommt Bösendorfer die zweite Goldmedaille bei der Wiener Industrieausstellung. Der Export wird weiter verstärkt und Ignaz unternimmt seine ersten Geschäftsreisen. Neben der niedrigen Preisgestaltung der Wiener Klavierbauer im Verhältnis zu den ausländischen Firmen wie Erard, Pleyel oder Pape, etabliert sich bereits die Sitte in den Ausstellungssalons der Klavierfabriken Konzerte zu veranstalten, eine Initiative um den Bekanntheitsgrad der Marke rasch zu erhöhen. 

1853 wird Ignaz Bösendorfer in den Vorstand der Akademie der Tonkunst in Wien gewählt, 1857 beginnt er mit dem Neubau seiner Klavierfabrik nach neuesten industriellen Gesichtspunkten in Wien Alsergrund und 1858 erneuert Kaiser Franz Joseph den Titel des „k.k. Hof-Kammer-Pianoforte-Verfertigers“. Doch Ignaz erlebt die Einweihung der neuen Fabrik nicht mehr. Er stirbt 1859 und hinterlässt ein beachtliches Vermögen von mehr als 145.000 Gulden.

Bösendorfer Klaviere sind die perfektesten - klangvoll und von erfreulicher Spielbarkeit!

Franz Liszt ( 1811 - 1886 )


Ludwig Bösendorfer
( 1835 - 1919 )


Ludwig Bösendorfer, am 10. April 1835 als ältester Sohn geboren, ausgebildet nicht nur im väterlichen Betrieb, sondern auch in der kommerziellen und technischen Abteilung des k.u.k. Polytechnischen Institutes, übernimmt 1859 die österreichische Klaviermanufaktur. 1860 findet der Umzug in die neue Werkstätte statt. Im neuen Gebäude entsteht auch ein Konzertsaal für 200 Personen. Im gleichen Jahr erhält Bösendorfer ein Patent für eine von ihm erfundene Klaviermechanik. 1862 stellt Bösendorfer seinen „Patentflügel“ in London aus und erhält prompt eine Auszeichnung. 1867 gelingt ihm bei der Weltausstellung in Paris, allein schon aufgrund der prachtvollen äußeren Gestaltung seiner Flügel, ein großer Erfolg. Kaiserin Elisabeth, selbst Besitzerin eines eigens für sie entworfenen Flügels im „Ringstraßenstil“, schenkt Kaiserin Eugenie einen von Theophil Hansen designten Flügel. Dieses Instrument wird 1978 bei Sotheby’s für den sagenhaften Preis von DM 400.000 versteigert. Kurz, die Pariser Weltausstellung verhilft Bösendorfer zu Weltruf.

Die „Wiener Morgenpost“ schreibt im September 1867: „Bösendorfers Ruf, bisher ein europäischer, ist nun zum Weltruf geworden, denn selbst die Amerikaner (…) blicken mit Neid auf die Wiener Flügel Bösendorfers, deren Kraft eine siegreichere ist: die der Anmuth.“

Bösendorfer expandiert weiter und baut wertvolle Geschäftsbeziehung zu Schweden, Brasilien, Hongkong und Japan auf. Doch auch in Österreich investiert Bösendorfer in Musik und Kultur: 1869 schenkt er der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien 14 Flügel für ihr neues Haus mit dem Goldenen Saal am Karlsplatz. Das bringt ihm prompt die Direktions- und Ehrenmitgliedschaft dieser kulturellen Institution ein. Die alte Produktionsstätte wird abermals zu klein und 1870 zieht die Klavierfabrik erneut um: im Gebäude Graf Starhemberggasse 14 auf der Wieden findet Bösendorfer einen geeigneten Platz zum Bau seiner Flügel. Die damaligen Verkaufsräume befinden sich allerdings in der Herrengasse 6, im alten Palais Liechtenstein. In diesem Palais wohnt Bösendorfer auch selbst. 1872 bekommt er die Genehmigung, in den ehemaligen Reitställen des Palais – Bösendorfer war ein großer Pferdefreund – einen großen Konzertsaal zu eröffnen. Dieser Bösendorfer Saal stellt neben dem Musikverein bis zum Abbruch des Palais Liechtenstein 1913 den besten Konzertsaal für Kammermusik dar, den Wien zu bieten hat. Die Liste der Namen der Künstler, die dort auftreten, ist das Who Is Who der Konzertwelt um die Jahrhundertwende: Hans von Bülow, Liszts Schwiegersohn, eröffnet den Saal am 19. November 1872. Es folgen in den nächsten 40 Jahren Klavierabende, Kammermusik- und Liederabende von Wilhelm Backhaus, Ferruccio Busoni, Eugen d'Albert gibt dort 1886 sein Wien Debut, Wilhelm Kienzl, Fritz Kreisler, Theodor Leschitizky, Franz Liszt, Gustav Mahler, Sophie Menter, Ignaz Paderewski (ein ständiger Gast im Bösendorfer Saal), Max Reger, Anton Rubinstein, Pablo Sarasate, Emil Sauer, Arthur Schnabel, Richard Strauss, Ernst von Dohnanyi und Hugo Wolf.

Diese Künstler tragen maßgeblich zum Erfolg der Wiener Klaviermanufaktur bei. Die Bösendorfer Klangwelle breitet sich aus. Ludwig entwickelt eine rege Reisetätigkeit, bei der er viele Künstler nicht nur persönlich begleitet, sondern ihnen auch seine Klaviere in fast alle großen Konzertsälen Europas zur Verfügung stellt. Daraus entstehen lebenslange Freundschaften. Bösendorfer wird in Künstlerkreisen als großer Wohltäter und Kulturförderer bekannt. Sein Briefwechsel mit Franz Liszt ist berühmt, Brahms zählt zu seinen Freunden, Anton Bruckner und Johann Strauss bekommen regelmäßig Sonderkonditionen beim Klavierkauf. Es existiert noch jene Herz-As-Karte, auf der die Skatspieler Franz Liszt und Anton Rubinstein dem erkrankten Bösendorfer von einer Konzertreise Grüße senden. Bei der Wiener Weltausstellung 1873 wird Bösendorfer die Ehre des Besuches Kaiser Franz Josephs zuteil. Mit einer Jahresproduktion von 288 Instrumenten erreicht das Unternehmen für damalige Verhältnisse eine Spitzenposition im Klaviermarkt. Bösendorfer Flügel gehen mittlerweile in alle Welt und die Wirtschaftskrise von 1873 kann nur kurzfristig den Aufstieg hemmen. Bereits 1882 steht Bösendorfer unangefochten an der Spitze aller Klavierbauer der Monarchie. 

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Ludwig Bösendorfer präsentiert seinen Flügel dem k.u.k. Monarchen
Majestät Kaiser Franz Joseph I.

Im Jahr 1883 verlässt der 10.000te Bösendorfer die Manufaktur. Zu den geschätzten Kunden dieser Zeit zählen: Kaiserin Elisabeth, Fürstin Pauline Metternich, die Erzherzoginnen Stephanie und Valerie, Katharina Schratt, Erzherzog Eugen, Russlands Zar Nikolaus II. und der japanische Tenno. In steter Sorge um die Qualität seiner Flügel verbessert Bösendorfer in Zusammenarbeit mit seinen Fabriksdirektoren Franz Berger und dessen Sohn Carl Georg die Mechanik und reicht diverse Patente für das von ihm erfundene „Wiener System“ ein. Auf Anregung des Komponisten Ferruccio Busoni baut er um 1900 einen Konzertflügel mit vollen acht Oktaven Tonumfang und einer Länge von 2.90m. Dieser Konzertflügel 290 – auch Imperial genannt – ist bis heute ein klangliches Juwel des Unternehmens. Der enorme Tonumfang dieses Instrumentes veranlasst Komponisten wie Busoni, Dohnanyi und Bartok Stücke zu komponieren, die nur auf dem Imperial werksgetreu aufgeführt werden können. So gelingt es Ludwig Bösendorfer, dass aus einem Familiennamen ein Indiz für hochwertigste Qualität und absolute Hingabe zur Musik wird: die Marke, die bis heute ein Synonym für die Wiener Klavierbaukunst ist.

Historisches Design entworfen von Anton Grosser

Hochbetagt, kinderlos, „allein auf der Welt“, wie er zu sagen pflegte – er war zweimal verheiratet und überlebt beide Ehefrauen – sieht sich Bösendorfer nach einem Käufer für seine Klavierfabrik um. Er findet diesen in seinem alten Freund und Bankier Carl Hutterstrasser, der im März 1909 das Unternehmen übernimmt. Er bittet Bösendorfer, weiterhin seinen „Rat und wertvolle Unterstützung angedeihen zu lassen“. Auch behält Bösendorfer den Saal in der Herrengasse, der bis 1913 besteht. Der Ausbruch des ersten Weltkrieges, die Demolierung seines Saales und das fortgeschrittene Alter, veranlassen Bösendorfer 1914 sein Testament zu schreiben. Neben großzügigen Spenden an Künstler, Institutionen und sein Personal, vermacht er seinen gesamten Nachlass der Gesellschaft der Musikfreunde. Er bestimmt, ohne großen Aufwand auf einem Klavierwagen zum Zentralfriedhof gefahren zu werden und seinen Tod bis zu seinem Begräbnis geheim zu halten. Am 9. Mai 1919 stirbt der Klaviermeister Ludwig Bösendorfer. Wie von ihm gewünscht, wird er in aller Stille beigesetzt. Auf seinem Grabstein stehen nur der Name Ludwig Bösendorfer und seine Jahreszahlen 1835 - 1919. Später erhält Bösendorfer ein Ehrengrab der Stadt Wien, das streng genommen seinem letzten Wunsch nicht mehr Rechnung trägt.

Die Ära Hutterstrasser
( 1863 - 1985 )


Carl Hutterstrasser übersiedelt 1914 nach Abbruch des Hauses Herrengasse 6 mit den Verkaufsräumen in den Musikverein. Unter der Adresse Bösendorferstraße 12 befindet sich bis zum heutigen Tage der Bösendorfer Salon, der Flagshipstore der Bösendorfer Klaviermanufaktur. Der Erste Weltkrieg, das Ende der Monarchie und die Weltwirtschaftskrise bringen zwar Einbußen bei den Produktionszahlen, doch gelingt es Carl Hutterstrasser immer wieder neue Märkte zu erschließen und das Händlernetz zu vergrößern. 1922 etabliert sich die große Londoner Vertretung bei Wigmore Pianos, 1927 gewinnt der Bösendorfer Flügel den Grand Prix in Genf und 1928 feiert das Unternehmen das hundertjährige Bestehen. 1931 wird die Klavierfabrik Bösendorfer in eine Offene Handelsgesellschaft umgewandelt, die es den beiden Söhnen Carl Hutterstrassers, Alexander und Wolfgang, ermöglicht ins Geschäft als Mitgesellschafter einzusteigen.

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Klaviertransport zu Zeiten Ludwig Bösendorfers

Alexander und Wolfgang Hutterstrasser sind, im Gegensatz zu ihrem Vater, Klavierbauer, die ihr Handwerk sowohl in der väterlichen Firma als auch im Ausland erlernen und vervollkommnen. Auch sie haben wichtige Funktionen und Tätigkeiten im Wiener Musikleben inne, eine Tradition, die von Ignaz und Ludwig Bösendorfer übernommen wird. 1936 gelingt der Wiener Klavierschmiede ein neuerlicher internationaler Erfolg: Bösendorfer gewinnt bei einem von BBC in London ausgeschriebenen Wettbewerb, der die Klangqualität von Klavieren für das Rundfunkstudio evaluiert. Gegen 35 Mitbewerber erhält Bösendorfer den ersten Platz in der Kategorie Konzertflügel und kleinere Flügel.

1942 stirbt Carl Hutterstrasser und seine Söhne Alexander und Wolfgang übernehmen nun alleinverantwortlich das Geschäft. In den Jahren des zweiten Weltkrieges wird die Bösendorfer Klaviermanufaktur sehr in Mitleidenschaft gezogen. Bomben zerstören den Holzplatz in der Graf Starhemberggasse, die Gebäude geraten unter Artilleriebeschuss und die Klaviere im Salon werden von Besatzungssoldaten als Brennholz verwendet. Kriegsbedingt sinkt die Jahresproduktion 1945 auf 31 Instrumente. Auch diese dunkle Zeit Europas soll die Klavierschmiede überstehen.

1953 feiert Bösendorfer das 125-Jahr Jubiläum. Aus diesem Anlass wird der „Bösendorfer Ring“ dem berühmten Pianisten Wilhelm Backhaus als ersten Künstler verliehen. Backhaus nimmt zu dieser Zeit in etwa jenen Stellenwert ein, den Franz Liszt bei Ignaz und Ludwig Bösendorfer hatte. Wo immer er kann, spielt er Bösendorfer und mit der Familie Hutterstrasser verbindet ihn eine enge Freundschaft.

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Ludwig Bösendorfer, Betriebsleiter Franz Berger, dessen Sohn Carl Georg (Mitte) und Carl Hutterstrasser (stehend links)

Kimball International Inc.
( 1966 - 2001 )


Da Alexander und Wolfgang Hutterstrasser in ihren Familien keinen geeigneten Nachfolger finden, sieht man sich abermals nach einem Käufer für die Klavierfabrik um. 1966 wird das Unternehmen an den amerikanischen Konzern in der holzverarbeitenden Industrie Kimball International Inc. verkauft. Kimball, ursprünglich von der deutschstämmigen Familie Habig 1959 in Jasper, Indiana, gegründet, ist zur Zeit der Übernahme von Bösendorfer der größte amerikanische Produzent von Flügeln und Pianinos. Durch den Eigentümerwechsel wird vor allem die finanzielle Zukunft der Firma Bösendorfer auf eine solide Basis gestellt und das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Die Produktionszahlen klettern bald in die Höhe. Durch die Öffnung des amerikanischen Marktes verkauft Bösendorfer 1967 bereits wieder 135 Flügel, 1973 sind es 354.

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Bösendorfer Handwerker in einer Transportkiste des Konzertflügels 290 Imperial

Wiener Neustadt
( 1973 )


Der neue Eigentümer übernimmt die Tradition der Förderung von jungen Künstlern. Der 1. Preis des Internationalen Beethoven Klavierwettbewerbes in Wien ist mit einem Bösendorfer Grand 200 dotiert. Auch der mittlerweile mehr als 100 Jahre bestehende Bösendorfer Klavierwettbewerb wird weitergeführt. Aufgrund der rasch wachsenden Produktionszahlen erweist sich die Fabrik in der Graf Starhemberggasse als zu klein. 1973 erfolgt die Eröffnung der neuen Produktionsstätte in Wiener Neustadt. 1982 wird die Produktion von Konzertklavieren, i.e. Grand Uprights Pianinos wieder aufgenommen. Das 30.000ste Instrument verlässt 1973 die Bösendorfer Manufaktur, verabschiedet durch den damaligen Bundeskanzler Dr. Bruno Kreisky. Dieses Instrument, ein Konzertflügel Imperial, tritt seine Reise nach Japan an. 

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Verladevorgang eines Konzertflügels 290 Imperial am Wiener Flughafen
Noch heute zählt dieser Flügel zu den größten Instrumenten weltweit

1978 feiert Bösendorfer das 150-jährige Bestandsjubiläum. Aus diesem Anlass wird ein großes Philharmonisches Konzert im Goldenen Saal des Wiener Musikvereins unter der Leitung von Horst Stein veranstaltet. An diesem Abend wird der Bösendorfer Ring an Paul Badura-Skoda verliehen. Der Gewinner des Rubinstein Wettbewerbes 1977, der junge deutsche Pianist Gerhard Oppitz, wird zum ersten Mal dem Wiener Publikum vorgestellt. Die Wiener Pianisten Jörg Demus, Alexander Jenner und Walter Klien geben im Brahmssaal Klavierabende zur Feier des Jubiläums.

Im November 1983 eröffnet Bösendorfer im Fabrikgebäude in der Graf Starhemberggasse einen neuen Konzertsaal für Kammermusik mit 150 Sitzplätzen. Er etabliert sich bald zu einem Podium für junge Künstler und internationale Kurse renommierter Pianisten. 1986 präsentiert Bösendorfer im Rahmen der Salzburger Festspiele zum ersten Mal den selbstspielenden Flügel 290SE. Die revolutionäre Technik zur Aufnahme und verlustfreien, authentischen Wiedergabe des Klavierspiels wird in 15-jähriger Arbeit in Kalifornien entwickelt. 1990 kreiert der bekannte Architekt Hans Hollein ein ästhetisch außergewöhnliches Instrument in limitierter Stückzahl und knüpft damit an die alte Tradition an, von Architekten entworfene Modelle zu bauen.

Das Unternehmen wird 1992 in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung umgewandelt. Ende 2001 verkauft Kimball die Klaviermanufaktur an die Bank BAWAG-PSK-Gruppe. Damit gelangt Bösendorfer wieder in österreichischen Besitz. Nicht für sehr lange.

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Damals & Heute
( 2008 - Gegenwart )


Im Januar 2008 kauft der japanische Konzern Yamaha die Klaviermanufaktur. Das Unternehmen wird aber als eigenständige, österreichische GmbH weitergeführt. Die erfolgreiche Weiterführung aller Geschäftsbereiche mit einem in der Musikbranche erfahrenen Besitzer helfen Bösendorfer enorm. Im Vertrieb wird eng mit Yamaha zusammengearbeitet, alle Bösendorfer Instrumente aber werden weiterhin in Wiener Neustadt gefertigt und Produktionsentwicklungen nur im eigenen Produktionsteam ausgetüftelt. Bösendorfer fokussiert sich traditionsbewusst auf die exklusive Fertigung von knapp 300 Instrumenten pro Jahr, die in akribischer Handarbeit ausschließlich in Österreich gefertigt werden.

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Bösendorfer Salon
im Musikverein


Seit 1914 und noch heute dort zu finden: Der Bösendorfer Salon und Flagship Store im Musikverein, Bösendorferstraße 12 | Canovagasse 4. Das Klavierfachgeschäft mit Hörgenuss Garantie.

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Wiener Klavierbaukunst seit 1828


Tief in der musikalischen Geschichte Europas verwurzelt, präsentiert die Wiener Klavierschmiede 2015 erstmals eine komplette Neuentwicklung des Hauses: Basierend auf neuen technischen und handwerklichen Errungenschaften entwickelt Bösendorfer eine neue Technologie – Development Codename VC: Vienna Concert – und stellt den dazugehörigen Konzertflügel 280VC vor. Die technischen Neuerungen, basierend auf dem Know-how nahezu 200 Jahren Meisterhandwerk im Klavierbau, fördern vor allem dynamische Klangprojektion, Artikulationsmöglichkeiten und balancierte Tongestaltung. Das Concert Grand 280VC erfreut sich innerhalb kurzer Zeit großer Beliebtheit. Pianisten wie Sir András Schiff zählen zu den Künstlern, die den neuen Konzertflügel auf Weltbühnen wie der Wigmore Hall in London oder der Carnegie Hall in New York spielen. Nach dem fulminanten Erfolg des Bösendorfer Konzertflügels 280VC, präsentiert unsere Klaviermanufaktur im Oktober 2016 die einzigartigen Qualitäten der VC Technologie in der Größe 214 – das Grand Piano 214VC. Beide Instrumente verkörpern das musikalische Erbe Bösendorfers in zeitgemäßer Perfektion.

Musik ist – ohne jeden Zweifel – eine der seltenen Sprachen, die intuitiv verstanden wird. Unabhängig von Nationalität, Kultur und Gesellschaft zieht sie Herz und Seele unmittelbar in ihren Bann und schenkt Augenblicke der Verbundenheit. Wir sind stolz diesem menschlichen Streben seit fast 2 Jahrhunderten Ausdruck zu verleihen.

Mag.FH Sabine Grubmüller

Geschäftsführerin

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