Pianist Daniil Trifonov wählt zwei Exemplare des Bösendorfer Konzertflügels 280VC Vienna Concert für den Musikverein Wien aus.


Mai, 2017: Es zählt zu den bedeutenden Momenten einer Klaviermanufaktur, wenn nach mehreren Jahren Entwicklung, stetigem Feilen am Klang und Tüfteln an allen mechanischen Komponenten, der Konzertflügel nicht nur bereit steht, sondern für die renommierten Bühnen dieser Welt ausgewählt wird.

Im Bösendorfer Showroom in Wiener Neustadt wählte der aufstrebende und international gefeierte russische Pianist Daniil Trifonov zwei Exemplare des Bösendorfer Konzertflügels 280VC Vienna Concert für den Musikverein in Wien aus. Er folgte der Einladung von Dr. Angyan, dem Leiter des ehrwürdigen Wiener  Hauses,  und den festgelegten, klanglichen Auswahlkriterien: Ein Flügel der sich spielerisch in einem großen Orchesters durchsetzen kann, und ein weiteres Instrument, das den kammermusikalischen Nuancen feinen Ensemblespiels gerecht wird. Mit beiden Concert Grands kann so das breite

Repertoire vom Liederabend in den kleineren Sälen bis zum Klavierkonzert mit Orchestervollbesetzung im Goldenen Saal klangvoll abgestimmt werden. Mehr als ein Jahrhundert verbindet beide Wiener Häuser, Ludwig Bösendorfer selbst war Ehrenmitglied der Gesellschaft der Musikfreunde Wiens. Hochkonzentriert spielte Daniil Trifonov sieben Instrumente an, alle unterschiedlich in Charakter und Intonation. Wenig verwunderlich: Für den versierten Pianisten war die Selektion schon nach kurzer Zeit sehr klar und zwei Flügel nominiert. Diese zwei Mal 507kg Klangresonanz wurden kurz 

darauf in den Musikverein überstellt. Die Feuertaufe für einen der meisterlich ausgewählten Flügel folgte bereits am folgenden Tag im großen Saal des Musikvereins: Das  G-Dur Klavierkonzerte von Maurice Ravel zusammen mit dem Orchester der Sächsischen Staatskapelle Dresden unter der Leitung von Christian Thielemann. Das junge Tastengenie brachte den brandneuen Konzertflügel  im ersten großen Konzerteinsatz bravourös zum Klingen. Mit seinem unverwechselbaren Bösendorfer Klang wird dieser Flügel wohl noch oft eine der schönsten Bühnen Wiens in Schwingung versetzen.


Daniil Trifonov bei der Auswahl eines der 2 Konzertflügel im Bösendorfer Showroom (c) Copyright Lepsi Foto 2017

Die klangvolle Wahl: Concert Grand 280VC


Der strahlende Konzertklang der neuen Generation: die neue VC Technologie crafted by Bösendorfer

Vieles ist neu, überarbeitet und optimiert - ein Feinschliff aus 188 Jahren Klavierbau sozusagen. Zum Beispiel sämtliche Parameter der Mensur: Länge, Stärke, Zugkräfte, Aufteilung, Ausrichtung und Positionierung der einzelnen Felder, Auswahl der 1-2 und 3-chörigen Basssaiten, Verhältnis der Zugkraftauslastung zwischen den Bereichen Bass, Mittellage, Diskant, sowie Anschlagslängen, Anschlagslinie und vieles mehr. Mittels computerunterstützten Programmen ist es möglich, sämtliche Verläufe betreffend Inharmonizitätskurven, Auslastungswerten und Zugkräfteverteilung optimal zu visualisieren, zu berechnen und zu gestalten, um ein Höchstmaß an Ausgewogenheit, Ausgeglichenheit sowie Schwingungsfähigkeit und Schwingungsdauer zu erreichen. Die Rastenkonstruktion des 280VC ist traditionell als Bösendorfer typische Kastenraste angelegt. Aus klanglichen Überlegungen

verwenden wir in erster Linie Fichten- und Buchenmassivholz. Diese Rastenkonstruktion birgt aber auch einige innovative Elemente, die mit der modernen Technologie erst möglich wurden. Die 3-dimensionale Konstruktionsweise ermöglicht eine anschließende, auf den gleichen Daten aufbauende, hochpräzise Bearbeitung sämtlicher Holzverbindungen im Bereich der Rastenelemente und Spreizen, des Damms und der Spiellade in einer bisher nie dagewesenen Präzision. Es entstand eine dauerhaft stabile und äußerst solide Grundlage für die weitere Anbindung der nachfolgenden Elemente. Das Bodenlagerdesign ist so angelegt, dass - zum Unterschied früherer Konstruktionen - eine eigene, durchgehend geschlossene Einheit gebildet wird. Auch die Kastenwand besteht in traditioneller Weise im Kern aus Fichtenresonanzholz. Die Buchendoppel auf der Innen- und Außenseite sind verstärkt und

stabilisieren die Kastenwand. Der klangliche Aspekt des Fichtenresonanzholzes als Kernmaterial bleibt dabei völlig unberührt. Durch die präzise konstruktive Basis des 3-dimensionalen Modells und durch ein optimal abgestimmtes Monitoring der tatsächlichen Veränderungen, die durch die herrschenden Druckverhältnisse bedingt sind, konnten wir erstmals die Vorgänge im Bereich der akustischen Anlage genau nachvollziehen und in der Feinabstimmung der Maße und Regulierungen berücksichtigten. Dies wirkte sich positiv auf das Resonanzverhalten, den Wirkungsgrad und das generelle Ansprechverhalten des Resonanzbodens aus, der das wichtigste schallabstrahlende Element des Flügels ist. In diesem Bereich spielt sozusagen die Musik und hier trennt sich die Spreu vom akustischen Weizen...