Clara Frühstück / Simon Mayer – „Oh Magic“


03.11.2018 20:15


Beim 25. Unidram Theaterfestival in Potsdam zeigt Clara Frühstück eine ganz neue Facette des Bösendorfer Flügels 200 Disklavier Edition ...

„Oh Magic“ beschwört die Herkunft des Theaters und Tanzes aus dem Ritual. Wie von Zauberhand bewegen sich Klaviertasten, Schlagzeugbecken, Live-Elektronik oder ein Mikrofon unter den Anweisungen eines Zeremonienmeisters, dessen „abrakadabratische Combo “die Geister” der technologischen Ära anruft. Robotik, Performance, Tanz, Musik, Gesang, Sound und visuelle Kunst münden in ein Gesamtkunstwerk voller tranceartiger Ekstase. „Oh Magic“ thematisiert aber auch unsere zweischneidige Beziehung zu neuen Technologien mittels einer spirituellen Körperzustandsanalyse.


Unidram ist eine Zukunftswerkstatt, die dem kreativ-innovativen Potenzial freier Theatermacher eine Plattform bietet für zeitgenössisches visuelles Theater, das Grenzen überschreitet, unterschiedliche Theatertraditionen zusammenführt und genreübergreifend konzipiert ist. Einen besonderen Schwerpunkt bilden Inszenierungen, die sich in Grenzbereichen zwischen Schauspiel, Figurentheater, Tanz, Musik, Bildender Kunst und Performance bewegen. Faszinierende Bilderwelten, visuelle Experimente und das Spiel mit den Möglichkeiten des Theaters um Illusion und Wirklichkeit stehen im direkten Kontrast zu politischen Positionierungen und radikalen Ansätzen.

Seine 25. Auflage feiert das Festival an neun Tagen mit vierzehn Inszenierungen aus elf Ländern, darunter fünf deutsche Erstaufführungen, und vor allem wieder mit viel Musik – live in den Stücken und als Konzert nach den Vorstellungen im Festival-Zelt.

Kritisches Theater abseits des Festivalzirkus […] Auf großen Festivals wird man so etwas kaum zu sehen bekommen, doch für das Potsdamer Unidram ist es typisch. […] Hier bekommt man nicht die üblichen Verdächtigen des internationalen Festivalzirkus präsentiert, sondern sieht noch wenig bekannte, auch junge, höchst talentierte Künstler aus Ost- wie Westeuropa“ Deutschlandradio Kultur.

Ein Begegnungsfestival an der Schnittstelle zwischen Ost- und Westeuropa - kulturelles wie auch politisches Verständnis, nicht zuletzt künstlerische Affinitäten stellen sich am stärksten durch den persönlichen Kontakt her. Ein zentrales Anliegen des Festivals ist daher die Schaffung eines sozialen Raumes, der geprägt ist von einem Klima der Offenheit, des Austausches und des anerkennenden wie auch kritischen Miteinanders. Aus dem intensiven Kontakt der Künstler und des Publikums entsteht so immer wieder eine sehr persönliche Atmosphäre, die den besonderen Charakter des Festivals ausmacht.

Clara Frühstück pflegt neben der klassischen Musik seit ihrer Jugend auch die Liebe zu anderen Kunstformen und entwickelt dabei Ideen, die einen unverkrampften Musikzugang, gerade für „Neulinge“, ermöglichen sollen. So musizierte sie etwa mit der Band Garish, mit Amateuren bei der Styriarte Graz, und vertraut auf die verbindende Wirkung ihrer Musik, wenn sie an Orten wie Jerusalem oder Teheran auftritt. Im Mai 2016 lockte Clara als Intendantin mit einem waghalsigen Programm ein begeistertes Publikum zum Festival klangfrühling Schlaining. Zuletzt rückte vermehrt der zeitgenössische Tanz in ihren Fokus, was sich in Zusammenarbeiten mit Superamas und Simon Mayer ausdrückte. Seit der Saison 17/18 gestaltet sie einen „Kammermusik anders“ Zyklus im MuTh Wien / Konzertsaal der Wiener Sängerknaben, wo sie ihre genreübergreifenden Konzepte präsentiert.

Bereits im Alter von drei Jahren endeckte sie ihre Leidenschaft fürs Klavierspiel. Künstlerisch begleitet wird sie von Viola Karal, James McChesney, Johannes Kutrowatz, Markus Schirmer, Paul Badura-Skoda, Rudolf Kehrer und Matti Raekallio. Auf Studien an der Musikuniversität Wien und der Kunstuniversität Graz folgten eine postgraduale Ausbildung bei Henri Sigfridsson an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ sowie Kammermusikstudien beim Altenberg Trio an der Konservatorium Wien Privatuniversität und bei Ralf Gothóni an der Escuela Superior de Música Reina Sophía in Madrid.

In Rezitalen sowie als Solistin im Orchester tritt Clara Frühstück in Konzerthäusern quer durch Europa auf. Als Kammermusikerin musiziert sie im Rahmen einiger Projekte, allen voran dem „Trio Frühstück“, das sie 2010 gründete. Bei der Programmierung ihrer Konzerte sind ihr stets die Verbindung von Alter und Neuer Musik, die direkte Zusammenarbeit mit Komponisten und genreübergreifendes Arbeiten besondere Anliegen. 
 

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