Randy Weston verstarb im Alter von 92 Jahren



Der weltberühmte Pianist Randy Weston ist am 1. September 2018 in seinem Haus in New York friedlich eingeschlafen - das gab seine Frau und Geschäftspartnerin Fatoumata Weston bekannt. Er wurde 92 Jahre alt.

Weston’s unverwechselbare Rhythmen zeigten sich bereits in seiner ersten Aufnahme, Cole Porter in a Modern Mood,  im Jahr 1954 und setzten sich fort bis zu The African Nubian Suite, veröffentlicht im Jahr 2016. Während seiner erfolgreichen 65-jährigen Karriere verband Weston Jazz und Blues aus seiner Kindheit in Brooklyn mit der Musik Afrikas, dem Land seiner Vorfahren. „Sein plötzlicher Tod ist eine Erinnerung an uns alle, dass Leben voll und ganz auszuschöpfen - und Randy hat genau das getan. Er gab seiner Familie, Freunden und Fans Liebe und Freude“ teilte sein Anwalt Gail Boyd mit.

Randolph Edward Weston wurde in Brooklyn, New York, am 6. April 1926 geboren. Sein Vater Frank ist aus Panama ausgewandert, seine Mutter Vivian (Moore) Weston, ist in Virginia aufgewachsen. Viele Afroamerikaner seiner Generation hatten wenig Verbindung zu ihrem Mutterkontinent.  Im Gegensatz dazu verkündete Randy Weston, dank des Einflusses seines Vaters Frank Edward Weston, stolz von frühester Kindheit an, dass er Afrikaner sei. "Ich habe viel darüber gelesen und mir vorgestellt, wie es in Afrika vor der Invasion war. Da gab es die afrikanischen Reiche - Ägypten, Nubien, das Songhai-Reich von Mali, Ghana - und eine großartige Architektur und Musik. Es ist überwältigend. Davon hörst Du nichts in der Schule, siehst nichts in den Filmen. Ich besuchte 18 verschiedene Länder auf diesem Kontinent und suchte immer nach den ältesten Menschen, die ich finden konnte. Ich wollte die älteste Musik hören. Das haben wir schon in Brooklyn gemacht. Als Kinder haben wir immer die alten Leute gefragt und sie erzählten uns viele Geschichten. "

Weston nahm schon als Kind klassischen Klavierunterricht. Ihm gefiel die Musik der Jazz-Größen wie Count Basie, Nat "King" Cole, Art Tatum und vor allem Duke Ellington. Während des Zweiten Weltkriegs diente er in der US Army; wieder Zuhause arbeitete er im Restaurant seines Vaters, im vietnamesischen Trios, das unter anderem ein beliebter Treffpunkt für Louis Armstrong, Dizzy Gillespie, Ella Fitzgerald und Igor Stravinsky war.

Coleman Hawkins war für Weston ein „Tenorsaxofon-Held“. Wenig später stellte er Weston den noch wenig bekannten Pianisten Thelonious Monk vor. Monk wurde Westons Freund, Mentor und wichtigster Berater.

Afrika war Thema seiner zahlreichen Alben, viele mit Arrangements von Melba Liston. Dazu gehören Uhuru Africa (1960), Highlife (1963), African Cookbook (1969) und Blue Moses (1972). Erstmals besuchte er Afrika 1961 und 1963 als Teil der "American Society of African Culture". 1967 reiste Weston für das US-Außenministerium quer durch den Kontinent und ließ sich in Tanger, Marokko, nieder. Dort blieb er fünf Jahre und betrieb den African Rhythms Club.

Die African Nubian Suite, Westons 50. Album war das erste, das von seinem eigenen African Rhythms-Label veröffentlicht wurde. Es ist die Manifestation seiner lebenslangen Suche. Die Doppel-CD, die 2012 im "Skirkall Centre for the Performing Arts" der New York University aufgenommen wurde, erzählt die Geschichte der Menschheit in Musik und Worten. Weston und der Erzähler Wayne Chandler verfolgten die Musik zurück bis auf Ardi, eine Frau die vor 4,4 Millionen Jahren in Nubien bereits aufrecht ging. Nubien war eine Region entlang des Nils, die heute Teile von Ägypten, Sudan und Äthiopien umfasst.

Weston war Ehrendoktor für Musik am Colby College, am Brooklyn College und am New England Conservatory of Music. Er war Artist-in-Residence an der New York University, der New School und dem Medgar Evers College der City University of New York. Im Jahr 2010 veröffentlichte die Duke University Press African Rhythms, eine von ihm geschriebene Autobiographie, arrangiert von Willard Jenkins. Weston wurde von König Mohammed VI. von Marokko geehrt und erhielt eine Auszeichnung vom Institute of the Black World. Seine jahrzehntelange Arbeit ist jetzt an der Harvard University archiviert.

Der sanfte Riese (er war 1,83 cm groß) lebte in New York in seinem geliebten Brooklyn mit Fatoumata, seiner Frau. Er hatte vier Kinder, sieben Enkel, sechs Urenkel und einen Ururenkel.

Im Rückblick auf seine Karriere erzählte er dem US-Magazin All About Jazz: "Ich bin gesegnet, weil ich den fantastischsten Menschen auf diesem Planeten begegnet bin. Ich bin Komponist und Pianist geworden. Mehr hätte ich mir nicht wünschen können."