Daniil Trifonov


Musikkritiker überschlagen sich förmlich, wenn es um Daniil Trifonov geht: „Eines der erfolgreichsten und unbegreiflichsten Klaviertalende der letzten Jahrzehnte“ so Helmut Mauró. Norman Lebrecht bescheinigt „enorme Bewusstheit seines Tuns“ und erklärt „…ein Pianist für den Rest unseres Lebens“.

Aus der tiefen Stille heraus kommt ein Spiel, wie man es nur selten hört: überragend und von tiefer Einsicht, nie vorhersehbar, aber immer die Intention des Komponisten im Blick habend und verwurzelt im Wesen der Musik. Trifonovs Klavierspiel zeugt mit seiner Mischung aus Poesie und Kraft von einer einzigartigen Begabung. Seine Erfindungskraft und Originalität zeigen sich auch in seinem wachsenden Ansehen als Komponist“ schreibt klassikakzente.de.

Mein Ziel ist, die Menschen durch Musik emporzuheben aus den rein weltlichen Themen ihres Lebens.

Trifonov entwickelt zuerst eine Idee des Ausdrucks in seiner Vorstellung und versucht diese dann musikalisch umzusetzen. „Wenn die Idee einer Farbe zuerst im Kopf entsteht, finde ich oft ganz unerwartete Wege einer konkreten pianistischen Lösung dafür. Mir hilft dabei das Üben ohne Klavier – die Imagination des Stücks, seine Spannungsverläufe und Nuancen im Kopf.“ Später am Flügel erarbeitet er teils emotionale Übertreibungen. „Ich probiere bewusst verschiedene Wege aus, um in den Konzerten die Möglichkeit zu haben, damit zu spielen.“

Inspiration holt sich Trifonov bei alten Aufnahmen aus dem 20. Jahrhundert von Schnabel, Rachmaninow, Horowitz und heutigen Pianisten wie Grigory Sokolov, Radu Lupu und Martha Argerich - sie schwärmt: „Was er mit seinen Händen macht, ist technisch unglaublich. Hinzu kommt sein Anschlag – der hat Zartheit und auch das dämonische Element. So etwas habe ich noch nie gehört“.

Geboren 1991 in Nischni Nowgorod, wuchs Trifonov in einem sehr musikalischen Elternhaus auf - seine Mutter, Musikwissenschaftlerin, unterrichtet Musiktheorie, sein Vater ist Komponist. Im Alter von fünf Jahren begann Trifonov mit dem Klavierspiel. Die Eltern zogen nach Moskau, um ihrem Sohn eine Ausbildung am renommierten Gnessin-Institut zu ermöglichen. Dort studierte er in der Klasse von Tatiana Zelikman Klavier und zeitgleich Komposition. Zelikman stellte ihre große Schallplattensammlung zur Verfügung, damit die Studenten Stücke in ganz unterschiedlichen Interpretationen hören, Vor- und Nachteile erörtern konnten, um danach ihrer eigene Version vorzuspielen. Mit 17 Jahren setzte Trifonov sein Studium am Cleveland Institute of Music in den USA, bei Sergei Babayan, fort. Er ermutigte Trifonov dazu, dieselbe Phrase immer wieder mit einer anderen Energie und Emotion zu interpretieren, um am Ende verschiedene Stimmungen und Geschichten mit denselben Noten erzählen zu können.

Neben anderen Preisen gewann Trifonov 2010 den 3. Preis beim internationalen Chopin-Wettbewerb in Warschau.  Auf ihn aufmerksam wurde die Musikwelt 2011, als er innerhalb von sechs Wochen gleich bei zwei internationalen Wettbewerben, dem Arthur-Rubinstein-Wettbewerb in Tel Aviv und dem internationalen Tschaikowski-Wettbewerb in Moskau, erste Preise, Goldmedaillen und Publikumspreise gewann.

Trifonov wählte 2017 zwei Bösendorfer Konzertflügel 280 VC Vienna Concert für den Musikverein in Wien aus. Als „Artist in Residence“ der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien konzertiert Trifonov 2019 als Solist mit Orchester, als Kammermusiker und als Solo-Pianist im Musikverein. Im Januar spielte er bereits die ersten fünf Konzerte - viermal mit den Wiener Philharmonikern Rachmaninows Konzert für Klavier und Orchester Nr. 4 und einmal Kammermusik Schostakowitsch und Rachmaninow – alle auf Bösendorfer 280VC.

 

Verbier Festival 31.07.2016 - Nach lang anhaltenden Standing Ovations für sein grandioses Klavierkonzert, das Daniil Trifonov gemeinsam mit dem Dirigenten Gábor Takács-Nagy und dem Festival Chamber Orchester vorgetragen hatte, spielt er einen Satz aus seiner eigenen Komposition: