Montag, 23. November 2026 - Beginn: 18:00 Uhr



a. o. Univ.-Prof. Cordelia Höfer-Teutsch, Univ.-Prof. Markus Prause

Programm


Wien ist seit Jahrhunderten nicht nur Musikhauptstadt, sondern auch eine Stadt des Klaviers. In Salons, privaten Häusern und später in öffentlichen Konzertsälen wurde es zum Mittelpunkt gesellschaftlichen Lebens und zugleich zum Katalysator musikalischer Ideen. Der Abend greift zwei sehr unterschiedliche Facetten dieser Wiener Musikkultur auf, die beide eng mit dem Klavier verbunden sind.
Ausgangspunkt ist die Welt des ausgehenden 18. Jahrhunderts: In den Salons der Stadt treten Virtuosen vor neugierigem Publikum gegeneinander an und messen sich in eindrucksvollen Darbietungen.
Im Winter 1798/99 kam es im Haus des Freiherrn Raymund Wetzlar von Plankenstern zu einem „Piano-Duell“ mit dem drei Jahre älteren Ludwig van Beethoven, über dessen Ausgang nicht ganz klare Zeugnisse vorliegen. Zusammenfassend kann man sagen: Es war ein Unentschieden! Cordelia Höfer-Teutsch liest aus Berichten des Zeitzeugen Ignaz von Seyfried, Kapellmeister in Schikaneders Theater auf der Wieden, und aus Beiträgen der „Allgemeinen musikalischen Zeitung“ vom 22.4.1799. Daneben spielt sie Beispiele aus Werken von Beethoven und Woelfl.

Rund ein Jahrhundert später richtet Heinrich Schenker den Blick auf die inneren Zusammenhänge tonaler Musik. An Werken von Mozart, Beethoven und Chopin zeigt Markus Prause, wie Stimmführung, verschiedene strukturelle Ebenen und das Prinzip der Prolongation musikalische Zusammenhänge über weite Strecken entstehen lassen. Das Erkennen dieser Beziehungen beeinflusst unmittelbar die Interpretation: Lange Phrasen erhalten Richtung, und Entscheidungen über Agogik, Dynamik und Ausdruck können aus der musikalischen Struktur heraus entwickelt werden.

So spannt sich der Bogen vom Duell zur Analyse.
Wir danken der Firma Bösendorfer ganz herzlich für die wertvolle Unterstützung des Rahmenprogramms des WIENER KLAVIERFORUMS. Die Geschichte Bösendorfers ist eng mit der Wiener Klavier- und Konzertkultur des 19. Jahrhunderts verbunden. Instrumentenbau, Wiener Klangkultur, Salon- und Konzertleben sowie die Auseinandersetzung mit Interpretation verbinden sich hier auf besondere Weise.
 Das Wiener Klavierforum fördert musikbegeisterte Laien und ambitionierte Amateurmusiker, indem es Räume für Begegnung und Austausch mit Künstlerinnen und Künstlern sowie Lehrenden der Musikuniversitäten schafft. Fragen aus dem Publikum und gemeinsame Diskussionen mit den Vortragenden sind ausdrücklich willkommen. www.wienerklavierforum.com
 

Informationen


Beginn:
Montag, 23. November 2026 um 18.00 Uhr

Ort:
Bösendorfer Salon

Anmeldung & Kontakt:
Anmeldung per E-Mail erforderlich: wienerklavierforum@gmx.at
Eintritt frei. Um eine freiwillige Spende zugunsten des Wiener Klavierforums wird gebeten.